"Phantom der Oper"
 

Musik von Andrew Lloyd Webber Gesangstexte von Charles Hart 

Zusätzliche Gesangstexte von Richard Stilgoe

Buch von Richard Stilgoe & Andrew Lloyd Webber 


Basierend auf dem Roman „Le Fantome de l‘Opéra“ von Gaston Leroux, Deutsch von Michael Kunze 

1870, in den unterirdischen Gewölben beim "See" unter der neuerbauten Pariser Oper hat sich ein Phantom eingenistet. Der "Operngeist" tyrannisiert die Direktoren, um der jungen begabten Choristin Christine Daaé zum Durchbruch zu verhelfen. Christine ist ihrem Jugendfreund Raoul de Chagny wiederbegegnet und hat sich in ihn verliebt. Das Phantom entführt Christine in seine Unterwelt, gesteht ihr seine Liebe und gibt ihr einen Ring. Es gelingt ihr, ihm die Maske herunterzureißen, und sie entdeckt ein abscheulich entstelltes Gesicht darunter, das aber auch ihr Mitgefühl weckt. Das Phantom will sie mit seinen eigenen Kompositionen zu einem Opernstar machen. Als die Direktoren sich weigern, lässt er den Kronleuchter der Oper ins Parkett stürzen.

Nun nimmt Raoul die Jagd nach dem Verbrecher auf, die Geschichte des Phantoms wird nach und nach gelüftet, auf einem großen Maskenball tritt das Phantom als roter Tod mitten unter die Gäste und verlangt, dass seine Oper "Don Juan der Sieger" einstudiert wird. Während der Aufführung tötet er den Tenor und übernimmt selbst die Rolle Don Juans, um mit Christine zusammen auf der Bühne zu stehen. Als ihm von Christine auf offener Bühne die Maske abgerissen wird, entführt er sie erneut in sein Labyrinth, verfolgt von Raoul und einer aufgebrachten Menge. Christine gibt ihm den Ring zurück und besteht trotz aller Drohungen auf ihrer Liebe zu Raoul. Nun lässt das Phantom sie frei und entsagt seiner Liebe, sie küsst ihn. Das Phantom verschwindet auf rätselhafte Weise und bleibt für seine Verfolger unfassbar.

 
 
Produktionen
 
Die Handlung

Prolog - Paris 1905
In der Pariser Oper findet eine Auktion statt, bei der Requisiten aus vergangenen Tagen versteigert werden. Zur Versteigerung kommt mit der Losnummer 665 zunächst „eine Spieluhr aus Pappmaché in Form einer Drehorgel. Darauf die Figur eines Äffchens in persischer Tracht, das die Zimbeln schlägt“. Raoul, 70 Jahre alt, ersteigert dieses Stück, welches man in den Kellergewölben der Oper fand, für 30 Franc. Er sinniert, dass sie (Christine) ihm von genau dieser Figur erzählt hat. Als Nächstes wird mit der Losnummer 666 der einst zerbrochene Kronleuchter aus dem Zuschauerraum der Oper aufgerufen. Um die anwesenden Bieter von der Güte der Reparatur zu überzeugen, erstrahlt dieser in hellem Licht und wird unter den pompösen Klängen der Ouvertüre von der Bühne zur Decke über dem Zuschauerraum hinaufgezogen.
Akt I
Paris 1870
Proben zur Oper „Hannibal“ von Chalumeau; während der Arie von der Primadonna Carlotta Giudicelli stürzt ein Teil der Kulisse ein. Carlotta weigert sich weiterzusingen. Das Ballettmädchen Christine wird als Ersatz vorgeschlagen. Sie singt zunächst vor, und während des Liedes wechselt die Szenerie zur Galavorstellung (Denk an mich). Raoul sitzt in der Loge und ist verblüfft, Christine zu sehen. Nach dem Auftritt geht Christine zur Garderobe. Meg Giry ist ihr gefolgt, und Christine erzählt ihr, wie sie der Engel der Lieder gelehrt hat zu singen (Engel der Lieder). Nach der Vorstellung besucht auch Raoul Christine in ihrer Garderobe und beglückwünscht sie zu ihrem Erfolg. Beide kennen sich noch aus Kindertagen und treffen sich erstmals seit langer Zeit wieder. Raoul, mit dem sie als Kind oft auf dem Dachboden des Elternhauses gespielt hat, erklärt ihr seine Zuneigung (Little Lotte/Liebes Lottchen). Beide wissen nicht, dass sie dabei vom Phantom beobachtet werden, welches sich ebenfalls in Christine und ihre Stimme verliebt hat.
Als Christine wieder alleine in ihrer Garderobe ist, hört sie erneut die Stimme des Engels der Lieder (Der Spiegel). Wütend vor Eifersucht offenbart der Engel Christine seine wahre Identität als das Phantom der Oper (Phantom der Oper) und nimmt sie in einem leidenschaftlichen Duett mit hinab in die Kellergewölbe des Opernhauses. Im Versteck des Phantoms angekommen, singt es für Christine von seiner Liebe zur Musik (Musik der Nacht), zeigt ihr eine Nachbildung ihrer Selbst – eine Puppe im Brautkleid – worauf sie in Ohnmacht fällt.
Christine erwacht wieder und sieht sich um. Sie entdeckt eine Spieluhr aus Pappmaché in Form einer Drehorgel. Das Phantom sitzt an der Orgel und komponiert (Die Erinnerung kehrt zurück). Völlig in seine Arbeit vertieft, bemerkt es nicht, wie Christine sich an ihn heranschleicht. Christine reißt ihm seine Maske herunter und sieht sein Gesicht, das Publikum sieht es jedoch nicht. Nach einem Ausbruch von wildem Zorn und Trauer (Schlimmer als ein Alptraum), den Christine mit einem ersten Hauch von Mitgefühl beantwortet, bringt das Phantom sie zurück in ihre Garderobe.
Der Bühnenmeister Joseph Bouquet erzählt den Ballettmädchen Schauergeschichten vom Phantom. Die verängstigten Mädchen lauschen gespannt seiner Beschreibung: eine Haut wie Pergament und unter den Augen ein schwarzes Loch, wo sonst eine Nase sein sollte. Wenn man dem Phantom begegnet, solle man besser aufpassen, denn sonst fängt er einen mit seinem „Zauberlasso“, das „Punjab-Lasso“ (eine dünne Schlinge aus Katzendarm, auch „Indisches Lasso“ genannt), ein. Das Phantom erscheint mit Christine, die Ballettmädchen fliehen, das Phantom starrt Bouquet an und geht. Giry hat alles beobachtet und rät Bouquet zu schweigen (Zauberlasso).
Firmin, André, Raoul und Carlotta haben Briefe erhalten, unterzeichnet mit O.G., Operngeist. Darin wird gefordert, dass Christine auch weiterhin die Rollen von Carlotta übernehmen soll. Carlotta schäumt vor Wut (Briefe). André und Firmin versuchen Carlotta zu bewegen, zu bleiben (Primadonna). Die Stimme des Phantoms droht, wenn seine Forderungen nicht erfüllt würden, werde eine Katastrophe geschehen.
Aufführung „Il Muto“ von Albrizzio; Carlotta singt die Hauptrolle, Christine hat die Rolle des stummen Pagen. Das Phantom ärgert sich, dass seine Weisungen nicht befolgt werden. Unter dem Gelächter des Phantoms bringt Carlotta in der Folge nur noch ein Gequake über die Lippen (Zum Lachen dieser Narr). André und Firmin beruhigen das Publikum und künden an, dass die Aufführung mit Christine in der Hauptrolle weitergehen werde. Während des vorgezogenen Balletts fällt der erhängte Bouquet von oben herab auf die Bühne. Christine und Raoul fliehen aufs Dach. Christine hat panische Angst vor dem Phantom, Raoul versucht, sie zu beruhigen. (Warum soweit hinauf?) Sie gestehen sich ihre Liebe, und Raoul verspricht ihr, sie zu beschützen (Mehr will ich nicht von dir). Das Phantom hat die Szene beobachtet und ist außer sich vor Wut. Mehr will ich nicht von dir (Reprise)). Es erscheint hoch über der Bühne und bringt den Kronleuchter zu Fall, der spektakulär auf die Bühne fällt.
Akt II
Sechs Monate später
Maskenball zu Neujahr, André und Firmin freuen sich auf das neue Jahr (Maskenball). Raoul und Christine haben sich zuvor heimlich verlobt und wollen es nun verkünden. Das Phantom ist natürlich nicht eingeladen, erscheint aber trotzdem stilvoll als Roter Tod verkleidet. (Was erschreckt Sie so?). Es gibt sich zu erkennen und übergibt den Direktoren seine neueste Komposition, die Oper „Don Juan, der Sieger“.
Raoul stellt Giry. Sie erzählt ihm, dass sie vor Jahren auf dem Jahrmarkt ein Wunderkind, eingesperrt in einem Käfig, gesehen hatte, eingesperrt, weil es ein entstelltes Gesicht hatte. Dann konnte es fliehen. Raoul vermutet, dass dieses Kind nun das Phantom sei, doch Giry meint, sie hätte schon zu viel gesagt.
Wieder stellt das Phantom in Briefen Forderungen an die Direktion, dieses Mal bezüglich seiner Oper „Don Juan, der Sieger“. So soll Christine die weibliche Hauptrolle der Aminta übernehmen, Carlotta lediglich eine Nebenrolle. Raoul und die Direktoren planen, dem Phantom bei dieser Aufführung eine Falle zu stellen: In der Annahme, dass das Phantom anwesend sein werde, wenn Christine singt, wollen sie es fangen und unschädlich machen (Noch mehr Briefe). Die nun folgenden Proben zur Oper des Phantoms verlaufen chaotisch.
Ängstlich flüchtet Christine auf den Friedhof, zum Grab ihres Vaters, von dem sie sich Trost erhofft und Hilfe, sich von den Kindheitsträumen zu lösen (Könntest du doch wieder bei mir sein). Doch auch auf dem Friedhof erscheint erneut das Phantom und versucht, sie wieder in seinen Bann zu ziehen (Hilfloses Kind). Doch der plötzlich auftauchende Raoul kann Schlimmeres verhindern (Bravo Monsieur). Das Phantom schwört Rache.
Während der Aufführung des letzten Aktes seiner Oper ermordet das Phantom den Hauptdarsteller Ubaldo Piangi, nimmt völlig unerkannt dessen Platz als Don Juan ein und singt das Duett mit Christine (Von nun an gibt es kein Zurück). Das Phantom nimmt einen Ring vom Finger, und Christine steckt ihn sich an. Der tote Piangi wird entdeckt. Christine demaskiert das Phantom auch für das Publikum sichtbar. In der Oper entsteht ein großes Durcheinander, welches es dem Phantom ermöglicht, zu fliehen und Christine erneut in sein Versteck in den Katakomben der Oper zu entführen (Nun hinab, Fasst diesen Mörder).
Raoul folgt den beiden mit Hilfe von Giry, die ihm rät, stets die Hand auf Augenhöhe zu halten, damit das Lasso nur den Arm umschließt und er sich so wieder aus ihm befreien kann. Als sich Giry nicht weiter in die finsteren Keller hinabwagt, geht Raoul allein weiter und wird vom Phantom gefangen. Dieses stellt Christine nun vor die Wahl: Entweder sie verbringt den Rest ihres Lebens zusammen mit dem Phantom, und Raoul wird freigelassen, oder Christine kann in Freiheit leben, und Raoul muss sterben. In einem Terzett macht sich jeder der drei Gedanken zu der entstandenen Situation. Schließlich fordert das Phantom Christine auf, sich zu entscheiden. Christine entschließt sich in einem Anflug von Mitleid, das Phantom zu umarmen, und küsst es auf den Mund. Die Verfolger kommen näher. Das Phantom weist Raoul an, zu verschwinden und Christine mitzunehmen. Christine und Raoul entfernen sich. Christine aber kehrt zurück und gibt ihm den Ring zurück, wonach sie wieder geht. Das Phantom setzt sich auf den Thron und bevor die Verfolger ankommen, verschwindet es unter seinem Mantel. Meg Giry erreicht den Thron und nimmt die zurückgebliebene Maske mit der Hand auf (Im Versteck des Phantoms).